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BRANDBOMBEN UND BEIFALL – HERBST ’91 IN DEUTSCHLAND

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HERBST 1991 IN DEUTSCHLAND: NEONAZIS WERFEN STEINE, FLASCHEN, MOLOTOWCOCKTAILS. AUF HEIME VON VERTRAGSARBEITERN UND ASYLBEWERBERN. UND HEUTE, SACHSEN 2016? WIE SICH DIE BILDER GLEICHEN…
 
 
Die Bewohner sitzen verängstigt in ihren Heimen – von außen werfen Neonazis Steine und Brandbomben, zerstören damit Scheiben, versuchen die Gebäude in Brand zu setzen und grölen ausländerfeindliche Parolen vor den Augen der Polizei und der angereisten Kamerateams. Bürger stehen daneben und klatschen Beifall.
 
Die Polizei bekommt die Lage zunächst nicht unter Kontrolle, wird selbst zur Zielscheibe der Angreifer. Nach fünf Tagen Pogromstimmung werden Vertragsarbeiter und Asylbewerber mit Bussen aus der Stadt gebracht.
Die gerade wiedervereinte Bundesrepublik blickt fassungslos nach Hoyerswerda in Sachsen. Die Ausschreitungen dort lösen einen Flächenbrand aus. An vielen Orten in Deutschland brennen Anfang der 90er Jahre Ausländerunterkünfte.
 
25 Jahre nach den Anschlägen fragt Wolf-Christian Ulrich, was sich damals dort abspielte, wo die Ursachen für Wut, Hass und Frustration lagen. Wieso die Polizei so spät reagierte. Und angesichts der aktuellen Anschläge auf Flüchtlingsheime, ob sich Geschichte wiederholt.
 
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Der ehemalige sächsische Innenmister HEINZ EGGERT sagt dazu: „Es gibt einen Unterschied: nämlich, dass es heute kalkulierter und organisierter ist.“ ERNESTO MILICE war damals vor Ort, war in jenem Vertragsarbeiterheim, als es von Neonazis angegriffen wurde. Der damalige Einsatzleiter REINER SCHÖLZEL beschreibt die Lage der Polizisten damals. Der Rostocker Sozialarbeiter WOLFGANG RICHTER schildert, was sich ein Jahr später in Rostock-Lichtenhagen abspielte. BERND WAGNER, Kriminalbeamter und Gründer der Aussteiger-Organisation EXIT, erzählt, wie der Rechtsextremismus in Ost-Deutschland zu DDR-Zeiten totgeschwiegen wurde.
 
 
 
EIN FILM VON SVAANTJE SCHRÖDER
 
KAMERA: MIRKO SCHERNICKAU, HENRIK EICHMANN, ALEXANDER GRIEßER, LUKAS PIECHOWSKI, LEO BENDIX, PATRICK FREI, MARVIN SCHNEIDER
TON: MORITZ SPRINGER, CARSTEN WINDT
SCHNITT: ANKE SCHÖNEBECK
GRAFIK: ALEXANDER WEIL, TIM LINDENBLATT, CORINNA HINZ
REDAKTION: LAURA HOHMANN
PRODUCER: ELLA HARTUNG, JUDITH MARKMANN, LAURA HOHMANN
PRODUKTION: BEWEGTE ZEITEN FILMPRODUKTION
PRODUZENT: TIM GORBAUCH
REDAKTION ZDF: SYLVIA FÖRSTER
 
 
 
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