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DIE NAZIJÄGER – BEATE UND SERGE KLARSFELD

klarsfeld 
 
„DIE FRAU, DIE DEN KANZLER OHRFEIGTE“. SCHLÜSSELSZENE DER 68ER. FESTGEHALTEN AUF EINEM SCHWARZ-WEISS-FOTO. DIE FRAU: BEATE KLARSFELD. DIESER FILM ERZÄHLT DIE GESCHICHTE VON EINEM PAAR, DESSEN LEBENSAUFGABE DARAUS BESTEHT, VERBRECHER DES NAZI-REGIMES VOR GERICHT ZU BRINGEN.
 
 
„Die Frau, die den Kanzler ohrfeigte“. Heinrich Böll schickt ihr dafür rote Rosen. Ein Medien-Moment, der jedoch beinahe die Erinnerung an eine wesentliche Leistung Beate Klarsfelds überdecken wird: Sie ist die Frau, die die Bundesrepublik dazu zwang, der eigenen Nazi-Geschichte ins Gesicht zu sehen.
 
Reise nach Paris, ein ziemlich verregneter Tag im Februar 2016, wir treffen BEATE KLARSFELD im Hof ihres Büros nahe dem Elysee. Die Hunde im Anschlag, schnell eine Runde Gassi und Vorbesprechung zum Termin. Was, so lang? Wir haben viel zu tun. Etwas später im Büro: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Regale, bis an die Decke mit Dokumenten gefüllt. Beate und ihr Mann Serge: pausenlos am Telefon, über seinem Schreibtisch ein Lageplan von Auschwitz. Der Ort, an dem die Nazis seinen Vater ermordet hatten.
 
Deutschland in den 60er-Jahren. Wirtschaftswunder, Hippie-Bewegung, der Krieg fast vergessen. Die Funktionseliten der Nationalsozialisten noch zahlreich in Amt und Würden. In der Politik, der Justiz, der Wirtschaft. Unter ihnen auch: NS-Verbrecher, die Tausende, zuweilen Zehntausende Menschen auf dem Gewissen haben. Diese Männer ausfindig zu machen, vor Gericht zu stellen und für ihre Taten verantwortlich zu machen: Das hatten sich die Klarsfelds zur Lebensaufgabe gemacht.
 
An diesem kalten Feburartag spricht ZDF-Moderator WOLF-CHRISTIAN ULRICH mit Beate Klarsfeld über die Fälle Lischka, Heinrichssohn und Hagen: Männer, die Zehntausende Juden in die Gaskammern schickten und in der Bundesrepublik der 60er unbehelligt ein bürgerliches Leben führten. Wir sprechen über die Motivation für ihr Engagement. Über ihre Ehe mit dem Franzosen Serge. Über die Ohrfeige, die Medien, die Anschläge auf ihre Familie. Über ihre versuchte Entführung von Kurt Lischka. Über das Gefühl, Nestbeschmutzer zu sein, wenn sie doch das Nest säubern wollten.
 
Überhaupt: Wie reagierte die westdeutsche Bevölkerung auf die Konfrontation mit der eigenen Geschichte? Eine Frage, die wir später in Jena mit einem von Deutschlands profiliertesten Historikern klären, Prof. Norbert Frei. In Ludwigsburg schildert Oberstaatsanwalt JENS ROMMEL, wie selbst die Zentrale Stelle zur Verfolgung von NS-Verbrechen mit öffentlichem Misstrauen kämpfen musste.
 
In Köln hatten die Klarsfelds Kurt Lischka aufgespürt und vor Gericht gebracht. Wie immer in „Geschichte treffen“ gehen wir an den Ort des Geschehens und treffen dort HARRY DREYFUSS, der das Treffen mit Lischka damals im Auftrag des israelischen Fernsehens filmte. Und der diese Begegnung noch immer nicht vergessen kann.
 
In Berlin schildert der Fotograf MICHAEL RUETZ wie er jenes Foto schoss, das Beate Klarsfeld einige Jahre zuvor weltberühmt gemacht hatte, die Ohrfeige für Kurt Georg Kiesinger: ehemals tätig in einer Abteilung unter Goebbels, 1968 Bundeskanzler der Bundesrepublik. „Es war die Ohrfeige aus unserer Generation gegen die Nazi-Generation“, sagt uns Beate Klarsfeld im Gespräch.
 
 
„Die Nazijäger – Beate und Serge Klarsfeld“ zeigt eine Bundesrepublik, die sich junge Leute heute längst nicht mehr vorstellen können.
 
 
HIER DEN FILM IN DER ZDF MEDIATHEK ANSEHEN
 
HIER ergänzende Informationen zum Film
 
 
 
EIN FILM VON SVAANTJE SCHRÖDER
 
KAMERA: MIRKO SCHERNICKAU, HERNIK EICHMANN, ROBINSON KRAUSE, PATRICK FREI, ALEXANDER GRIESSER
TON: NICK FRIEDRICH, MARVIN SCHNEIDER, MICHAEL RIFFEL, TIMO DEICHMANN
SCHNITT: PATRICK FREI
GRAFIK: ALEXANDER WEIL
PRODUCER: ELLA HARTUNG, JUDITH MARKMANN, LAURA HOHMANN
PRODUKTION: BEWEGTE ZEITEN FILMPRODUKTION
REDAKTION ZDF: SYLVIA FÖRSTER
PRODUZENT: TIM GROBAUCH