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BERLIN ’90 – DER SOUND DER WENDE

Foto: Ben de Biel, http://bendebiel.com/

Foto: Ben de Biel, http://bendebiel.com/

 
BERLIN 1990. DIE ALTE ORDNUNG IST ZUSAMMENGEBROCHEN. DIE MENSCHEN ERLEBEN EINE ZUVOR UNGEAHNTE FREIHEIT. TECHNO WIRD FÜR DIE JUNGEN ENTDECKER IM NEUEN MÖGLICHKEITSRAUM OST-BERLIN ZUM SOUND DER WENDE.
 
Der 9. November 1989. Der 22-jährigen Ostberliner WOLFRAM NEUGEBAUER – genannt Wolle – drängt sich an den Massen Ausreisewilliger am Grenzübergang vorbei – „Vordrängeln hab ich in den Diskos von Ost-Berlin gelernt“ – doch statt über den Ku’damm zu spazieren zieht es Wolle nur an einen Ort – ins UFO. Dass sich dort die noch kleine elitäre Szene elektronischer Musik trifft, hatte sich sogar im Osten herumgesprochen. Was Wolle bisher nur aus dem Westradio kannte, erlebt er an diesem 10. November 1989 im heruntergekommenen UFO-Keller: rasende Beats, gnadenlos harte Bässe analoger Synthesizer – Tanz, Ekstase, Freiheit.

 

Die Welt blickt 1990 auf Berlin – vor allem auf den Ost-Teil der Stadt. Der Journalist ULRICH GUTMAIR beschreibt später in seinem Buch „Die ersten Tage von Berlin“, wie ein Macht-Vakuum in der Stadt entstand. Die alte Ordnung gestürzt, die neue noch nicht vollständig etabliert.
 
Berlin ist nicht mehr Hauptstadt der DDR, noch nicht die des vereinten Deutschlands. Eigentumsverhältnisse sind in Ost-Berlin oft nicht geklärt. Ein Möglichkeitsraum. JUTTA WEITZ von der kommunalen Wohnungsverwaltung – von Gutmair zu einer Person der Zeitgeschichte erklärt – setzt sich gemeinsam mit ihrer Kollegin DOLLY LEUPOLD für kulturelle Zwischennutzung ein. So entsteht ein in Europa einmaliges kulturelles Biotop.
 
Die Szene, rund um Tresor-Entdecker JOHNNIE STIELER und DJ DR. MOTTE, feiert die deutsche Einheit auf ihre Weise: leerstehende Fabrikgebäude der DDR werden zu Techno-Tempeln, der Tresorraum einer verlassenen Wertheim-Filiale wird zum „Tresor“-Club, in der Schaltzentrale des Ostberliner E-Werks schlägt der Beat der Wende. Der Fotograf BEN DE BIEL hält diese Momente in Fotografien fest, die inzwischen Zeugnisse sind einer längst vergangenen temporären autonomen Zone.

 

Wir tauchen ein in das Berlin der frühen 90er Jahre, in eine einzigartige, grenzenlose Stadt. Wir besuchen die alten illegalen Clubs, treffen die Ur-Väter der so genannten „Raving-Society“ und wollen wissen: Was ist geblieben vom Sound der Wende in Berlin?
 
 
HINTERGRUND: ERGÄNZENDE INTERVIEWS ZUM FILM
 
JETZT ONLINE: IN DER ZDF MEDIATHEK ANSEHEN
 
 
 
Ein Film von SVAANTJE SCHRÖDER
 
Kamera: Mirko Schernickau, Alexander Grießer, Henrik Eichmann, Patrick Frei, Leonard Bendix

Ton: Bertin Molz, Moritz Springer

Schnitt: Arvid Landgraf
Grafik: Alexander Weil

Producer: Dominik Wiedenmann, Judith Markmann

Produktion: Bewegte Zeiten Filmproduktion im Auftrag von ZDFinfo

Produzent: Tim Gorbauch

Redaktion ZDFinfo: Sylvia Förster